Italien zu Tisch. Eine kulinarische Reise auf der Suche nach den köstlichsten Rezepten der Halbinsel.

Pizza di Beridde – Jüdisches Gebäck aus Rom

Pizza di Beridde – Jüdisches Gebäck aus Rom

Die süße, jüdische Pizza, auch Pizza di Beridde genannt, ist ein Muss der Küche des alten jüdischen Viertels in Rom. Das Gebäck enthält wenig Zucker, aber dafür umso mehr kandierte Früchte. Übertreibt es also nicht beim Essen dieser kleinen Köstlichkeit!

Die Küche des alten jüdischen Viertels

Zusammen mit der Crostata di ricotta e visciole, einem Gebäck, das mit Ricotta und Sauerkirschen gefüllt ist, ist die Pizza di Beridde eines der typischsten süßen Gebäcke der römisch-jüdischen Küche. In unserem Urlaub in Rom haben wir beides vor Ort probiert und waren so begeistert, dass wir die Pizza di Beridde direkt zu Hause nachgebacken haben. Wir sind sehr stolz, dass es uns gelungen ist, nah ans Original heran zu kommen.

 

Altes jüdisches Viertel in Rom
Das alte, jüdische Viertel in Rom

 

Was muss man sich unter der Beridde vorstellen?

Bevor wir mit dem Rezept loslegen, wollen wir euch noch etwas zum Ursprung des Namens und der Geschichte der Beridde erzählen. Hinter dem Namen des Gebäcks verbirgt sich keine berühmte Persönlichkeit, wie man vielleicht meinen könnte. Es ist eher eine römische Anpassung des jüdischen Begriffs Brit Milà oder Berit Milah, der für die männliche Beschneidung steht, die nach jüdischem Brauch durchgeführt wird. Zu diesem festlichen, religiösen Anlass, reichte man früher eben jenes Gebäck, das heute Pizza di Beridde heißt.

 

Unsere hausgemachte Pizza di Beridde
Unsere hausgemachte Pizza di Beridde

 

Die berühmteste Backstube in Rom, bei der man die Pizza di Beridde kaufen kann, wird von allen nur Boccione genannt, auch wenn das nicht der richtige Name des Geschäfts ist. Allerdings ist Boccione der Spitzname des Gründers. Die Bäckerei hat kein Schild und wirkt sehr anonym. Ihr könnt sie trotzdem finden, wenn ihr auf der Via del Portico d’Ottavia, die sich in der Nähe der Ruinen Largo di Torre Argentina befindet, nach dem orangenen Eckgebäude aus dem Bild von oben Ausschau haltet und dem guten Duft folgt.

 

 

Largo di Torre Argentina, Roma
Largo di Torre Argentina

 

Zutaten für 4 Personen

 

  • 150 g Mehl
  • 100 g fein gemahlene Mandeln
  • 65 g Zucker
  • 50 ml natives Olivenöl
  • 80 ml Likör (Marsala, Vin Santo oder ein anderes Likörchen)
  • 50 g Sultaninen
  • 50 g kandierte Zedern
  • 40 g kandierte Sauerkirschen
  • 50 g Mandeln ohne Schale
  • 40 g Pinienkerne

 

 

Zur Vorbereitung

Legt zuerst die Rosinen eine halbe Stunde in lauwarmes Wasser und presst sie danach aus. Es lohnt sich, die Rosinen nicht ohne Einweichen zu verwenden, weil das sonst am Ende zu trocken wäre und sie im Teig hart blieben.

Jetzt könnt ihr den Ofen auf 180 Grad vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen.

 

Wie ihr den Teig für die Beridde zubereitet

Gebt das Weizenmehl, die gemahlenen Mandeln und den Zucker in eine Schüssel und vermischt alles miteinander. Fügt jetzt das native Olivenöl hinzu und knetet den Teig kontinuierlich mit den Händen, um Klumpen zu vermeiden. Gebt den Likör hinzu und bearbeitet den Teig gut, bis er kompakt, weich und nicht zu klebrig ist.

 

Jetzt wird’s bunt

Nun ist es an der Zeit, die Kirschen und die kandierten Zedern sowie die Pinienkerne, die Sultaninen und die geschälten Mandeln einzuarbeiten. Verarbeitet den Teig so, dass er homogen wird und die verschiedenen bunten Zutaten gut verteilt sind. Da es ein eher weicher Teig ist, wird es nicht schwierig sein.

 

Letzte Handgriffe

Legt nun den Teig auf das zuvor mit Backpapier belegte Backblech und formt daraus ein großes, längliches Rechteck (ca. 7-8 cm x  3-4 cm). Schneidet nun den Teig sanft mit einem Messer ein, um vier Rechtecke zu bilden, ohne den Teig bis zum Boden durchzuschneiden. Der endgültige Schnitt wird erst am Ende nach dem Abkühlen des Kuchens erfolgen. Damit die Beridde im Ofen nicht zu sehr aufgeht, müsst ihr auf jedem der vier angedeuteten Teile eures Teigs noch kleine, leichte einzelne Einschnitte machen. So kann Luft entweichen.

 

 

Ab in den Ofen mit der Pizza di Beridde

Eure süße Pizza kann jetzt bei 180 Grad für 35 Minuten in den Ofen. Ihr werdet sehen, dass die Oberfläche dazu neigt, sich zu verdunkeln, während der Kuchen bäckt. Diese Reaktion tritt aufgrund des Olivenöls und des Zuckers im Teig auf, bedeutet aber nicht, dass der Kuchen verbrennt. Das gehört dazu!  Wenn ihr die original Bäckereien des jüdischen Viertels in Rom kennt, wisst ihr, wovon wir reden.

 

Pizza di Beridde
Unsere selbstgemachte Pizza di Beridde zu Hause in Berlin

 

Portionieren

Einmal aus dem Ofen muss die Beridde erst einmal richtig abkühlen. Danach könnt ihr die vorher durch leichte Schnitte angedeuteten 4 Teile richtig durchschneiden. Eure Beridde ist jetzt fertig und kann von euch vernascht werden!

 

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