Italien zu Tisch. Eine kulinarische Reise auf der Suche nach den köstlichsten Rezepten der Halbinsel.

San Miniato – Die Stadt der weißen Trüffel

San Miniato – Die Stadt der weißen Trüffel

San Miniato und seine weißen Trüffel:

San Miniato ist für uns von Pepolino Verde eine echte Herzensangelegenheit. Deswegen werden wir euch bestimmt noch öfter mehr und mehr Teile der Geschichte dieser Stadt zeigen.

 

Ein architektonisches Juwel im Valdarno

Seit 1622 darf sich San Miniato offiziell als Stadt bezeichnen. Denn in diesem Jahr wurde San Miniato zum Bischofssitz erkoren und gehörte somit nicht mehr zur Diözese der Stadt Lucca. Eine Entscheidung, die den Bau vieler wunderschöner Gebäude ermöglichte, wie zum Beispiel den des Priesterseminars, das sich mitten im Zentrum befindet. Der bezaubernde kleine Ort ruht auf einem Hügel, genau auf dem Weg zwischen Florenz und Pisa. Geografisch gesehen liegt San Miniato näher an Florenz, offiziell gehört die toskanische Stadt aber zum Gebiet Pisas. Für viele hundert Jahre gehörte die Stadt zum florentinischen Umland und wurde erst im Jahr 1925 an die Provinz Pisa abgegeben.

Die Provinzen der Toskana © guide.supereva.it

 

Die Traditionen der Sanminiatesi

Als San Miniato zusammen mit anderen Städten des niederen Valdarno Gebiets der Provinz Pisa zugehörig wurde, nahm die Bevölkerung das nicht gerade wohlwollend auf. Die enge Bindung zu Florenz blieb und zeigt sich auch heute noch in vielen Traditionen. Ein Beispiel dafür sind die Fuochi di San Giovanni, die Lichternacht zu Ehren des heiligen Johannes, des Schutzpatrons der Stadt Florenz. Jedes Jahr in der Nacht vom 23. auf den 24. Juni tragen die Kinder der Stadt kleine Laternen, die so genannten rificolone durch die Straßen. Am Ende des Umzugs versammeln sich Groß und Klein auf der Aussichtsplattform vor dem Wahrzeichen San Miniatos, dem Turm namens Torre di Federico. Die historisch bedingte Nähe zu Florenz hört man außerdem auch am florentinischen Dialekt der Einwohner.

 

Eingang des Palazzo Grifoni, San Miniato

 

Weiße Trüffel von den Hügeln der Stadt San Miniato

Für ihre weißen Trüffel ist die Stadt international berühmt. Im Herbst wird das Genießerprodukt reif und ab Ende September bis zum Jahresende geerntet. Köche aus der ganzen Welt schätzen die hohe Qualität der sanminiatesischen Trüffel genauso wie die aus Alba, Piemont oder aus Acqualagna in den Marken.

Trüffelernte

Seit dem Mittelalter erntet man die weiße Delikatesse in den Ländereien rund um die Stadt San Miniato. Vor allem in den traditionellen Tälern bei den Ortschaften Balconevisi e Corazzano im Egola Tal. Seit Ende des Ottocento wird die Trüffelernte kommerzialisiert, zunächst national, dann ab den 1950er Jahren auch international.

 

Weiße Trüffel aus den Hügeln rund um San Miniato

 

Die „Associazione Tartufai delle Colline Sanminiatesi“

Besonders das Klima macht weiße Trüffel zu einer unverwechselbaren Spezialität. Man kann sie nicht anbauen, sondern nur suchen. Und das dürfen nur Trüffelsammler, genannt tartufai, die über eine Lizenz verfügen. In dem Verein namens Associazione Tartufai Delle Colline Sanminiatesi, der Vereinigung der Trüffelsammler, tauschen sie sich aus. Der Verein hat seinen Sitz direkt im Zentrum der Stadt. Wer sich über das wertvolle Produkt an sich informieren will, ist hier genau richtig. In manchen Saisons kann ein Kilogramm weiße Trüffel über 4000 Euro kosten. Je nachdem, wie viel die Ernte hergibt.

 

Logo der „Associazione Tartufai delle Colline Sanminiatesi“

 

Wo kann man die Trüffel kaufen?

Während unseres Herbsturlaubs in der Toskana konnten wir uns die weißen Leckerbissen natürlich nicht entgehen lassen. Glücklicherweise widmet die Stadt San Miniato dem weißen Trüffel jedes Jahr einen Markt, der an drei Wochenenden im November stattfindet, genauer gesagt am 2., 3. und 4. Novemberwochenende. 2017 finden der Markt und das dazugehörige Fest schon zum 47. Mal statt. Das Ganze lohnt sich nicht nur für Trüffelliebhaber, sondern für jeden Genießer. Wir haben eine weiße Trüffel bei einem historischen Marktstand gekauft, dem Stand von Tartufi Gemignani, der schon seit 1930 im Trüffelgeschäft tätig ist. Besucht unbedingt das dazugehörige Geschäft, wenn ihr in San Miniato seid! Egal ob Trüffelbutter, ganze Trüffel oder Trüffelöl, hier werdet ihr auf jeden Fall fündig, und das zu einem guten Preis. Gemignani ist aber natürlich nicht der einzige Stand, den man besuchen sollte. Zu den bekanntesten zählen zum Beispiel Gazzarrini Tartufi, Tartufi Nacci und Savitar.

 

Das Umland von San Miniato bei Sonnenuntergang im Herbst

 

Mit weißen Trüffeln kochen

Das Gericht schlechthin, das sich mit den leckeren weißen Trüffeln kochen lässt, sind Tagliolini, also hauchdünne Bandnudeln, al tartufo bianco. Denn hier entfaltet sich der Trüffelgeschmack überall und zergeht auf der Zunge. Auch sehr lecker ist zum Beispiel ein Trüffelrisotto. Es ist zwar etwas aufwendig zu machen, aber glaubt uns, ihr werdet es nicht bereuen! Beliebt ist zum Beispiel auch die Kombination Spiegelei mit gehobeltem Trüffel. Aber der Fantasie sind ja bekanntlich keine Grenzen gesetzt. Wir sind gespannt auf eure Berichte! Was kocht ihr gerne mit Trüffeln? Schreibt uns doch eine Mail an info@pepolinoverde.it.

 

Tagliolini mit frisch gehobelten weißen Trüffeln und Butter

 

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2 thoughts on “San Miniato – Die Stadt der weißen Trüffel”

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